HDR Tool Test

Ergänzung zu diesem Artikel => Photomatix ist auf der Überholspur!

Aus beruflichen Gründen habe ich mich nach einem passenden High Dynamic Range (HDR) Tool umgesehen und musste feststellen, dass es hier eine große Tool-Auswahl gibt.  Aus der Fülle an Tools habe ich 5 für diesen Test ausgewählt. Getestet wurden die Progrmme an einem MAC Book Pro mit einem Eizo 24″ TFT.

 

  1. Photomatix (PC & MAC; 100€) getestet in Version 2.5
  2. HDR Picturenaut (PC, Freeware) getestet in Version 2.11 Beta unter VMWare – Win XP
  3. QTPFSGUI (PC , MAC & Linux; Open Source) getestet in Version 1.9.2 
  4. FDRTools Basic (PC & MAC; Freeware) getestet in Version 2.1
  5. FDRTools Advanced (PC & MAC; 49€) getestet in Version 2.1

Allgemeines:

Alle Tools können JPEG und TIFF Dateien verarbeiten. Photomatix und beide FDRTools können auch mit RAW-Dateien arbeiten.Die Bedienung der Programme gestaltet sich sehr unterschiedlich. Photomatix und HDR Picturenaut lassen sich auch ohne Vorkenntnisse gut bedienen. Die FDRTools bieten eine unglaubliche Vielzahl an Einstellungsmöglichkeiten die zweifelsohne eine längere Einarbeitungszeit benötigen. Auf der Webseite des Herstellers findet man aber auch eine gute Kurzanleitung. QTPFSGUI bietet ebenfalls eine große Palette an Reglern und Optionen – mit denen ich aber nicht zu recht kam. Das lag wohl an mir, aber nach dem dritten Versuch hab ich es aufgegeben. Ein Blick in die Bedienungsanleitung hätte mir bestimmt weitergeholfen – aber an diesem Punkt habe ich das Programm für meine Zwecke ausgeschlossen da es mir einfach zu komplex und langwierig war. Photomatix und HDR Picturenaut sind sicher die am einfachsten zu bedieneden Tools und mit ein bischen Erfahrung lassen sich hier schnell qualitativ hochwertige Ergebnisse reproduzieren. 

Ausgangsbasis für die Tests:

Als Basis für den Test dienen JPG Bilder meiner Canon EOS 400d mit einem Tokina 12-24mm Weitwinkel Objektiv. Die Fotos zu dem Test entstanden auf der Hohen Wand, einem wundervollem Kletter- und Wandergebiet in der Nähe von Wr. Neustadt (Österreich). Die Fotos entstanden am frühen Nachmittag bei grellem Sonnenlicht mit hohen Kontrasten und der Bracketing-Funktion meiner Kamera (dabei schießt die Kamera 3 unterschiedlich belichtete Bilder in Folge). Alle Bilder habe ich freihändig ohne Stativ geschossen; damit habe ich die automatische Ausrichtfunktion der Programme gleich mitgetestet.

Originalbilder (Tagesaufnahmen):

Bilderreihe 1:

 Hohe Wand - HDR Bild 1 - überbelichtet Hohe Wand - HDR Bild 1 - normal belichtet Hohe Wand - HDR Bild 1 - unterbelichtet

Bilderreihe 2:

  Hohe Wand - HDR Bild 2 - überbelichtet Hohe Wand - HDR Bild 2 - normal belichtet Hohe Wand - HDR Bild 2 - unetrbelichtet

Ergebnisse:

QTPFSGUI schied bereits bei der Bedienung aus.

Photomatix:

HDR Photomatix Bild 1 HDR Photomatix Bild 2 HDR Photomatix Bild 2 Version 2

Die ersten beiden Bilder zeigen die Photomatix Ergebnisse als Versuch das HDR Ergebnis natürlich darzustellen. Bei dem dritten Bild habe ich die KOMPRESSION beim Tonemapping auf 100% gestellt, dabei entstehen echt toll verfremdete Ergbnisse die ihres Gleichen suchen; bei Flickr findet man unzählige dieser Bilder.

Bei diesen HDR Ergebnissen erkennt man auch sehr gut die weißen Himmels-Flecken, die auch im Original zu finden sind. Hier hätte es wohl noch 2-3 unterbelichtete Fotos gebraucht um das Ergbnis zu perfektionieren. Im Vergleich mit den originalen ist das Ergebnis schon deutlich näher an dem was unsere Augen wahrnehmen können.

HDR Picturenaut:

HDR Picturenaut Bild 1 HDR Picturenaut Bild 2

Im Vergleich mit Photomatix werden die Verwackelungen bei der Aufnahme weniger gut ausgeglichen, und auch die Ergebnisse sind bei Photomatix gefälliger. Bei diesen Bildern müsste man mit Photoshop noch mal Hand anlegen um auf ein sehr gutes Ergebnis zu kommen. Wobei bei diesen Bilder aber auch ein paar Pluspunkte gegenüber Photomatix hervorzuheben sind. Die hellen Bereiche wirken bei weiten harmonischer dargestellt und sind nicht ausgefranz; die Ergebnisse wirken natürlicher, wobei die Unschärfe durch die Verwackelung das zweite Bild unbrauchbar macht.

FDRTools Basic & Advanced:

Die Advanced-Version bietet mehr Option für die Erstellung des HDR Bildes und auch mehr Tone-Mapping-Möglichkeiten. Für mich waren das aber zu viele Option und die Ergbenisse wurden damit nicht besser sondern eher schlechter. Daher folgen hier nur die Ergebnisse der Basic Version:

HDR FDRTools Bild 1 HDR FDRTools Bild 2

Das erste Bild finde ich recht ansprechend. Beim zweiten ist es mir trotz vieler verschiedener Einstellungsversuche nicht gelungen ein kontrastreiches helleres HDR zu erzeugen.

Im Vergleich zu den anderen beiden Programmen finde ich die Bilder aber ein wenig künstlich, als bei den anderen.

Zusammenfassung

Die Spektakulärsten Bilder kann man bestimmt mit Photomatix erstellen. Will man Bilder die nahe an der Realität sind – würde ich HDR Picturenaut bevorzugen. Die FDRTools bieten tolle Einstellmöglichkeiten die ich aber nicht auszunutzen vermochte; wobei ich mir sicher bin, dass auch mit diem Programm bessere Ergebnisse möglich wären. Ganz anders sieht das Ergebnis bei Nachtaufnahmen aus (die hier nicht abgebildet sind). Hier ziehen HDR Picturenaut und die FDRTools an Photomatix vorbei. Photomatix erzeugt extremes Rauschen bei Nachtaufnahmen die ich mit keiner Einstellungsvariante in den Griff bekam. Wenn jemand weiß wie man das Problem beseitigt wäre ich hierfür sehr dankbar. Wobei hier noch hinzugefügt werden sollte dass die Aufanhmen mit ISO 100 gemacht wurden und kein Rauschen in den Originalen zu sehen war. Der Stil der Ergebnisse ist mit Photomatix auch hier unübertroffen. Surreal aber genial; wenn da das rauschen nicht wäre.

Beim Ausrichten der Freihand-Fotos sind Photomatix und die HDRTools Testsieger; subjektiv würde ich meinen das Photomatix diese noch besser ausrichten kann und in der Bedienung auch einfache ist als die HDRTools.

Mein Favorit ist HDR Picturenaut da dieses Programm realistische HDR Bilder erzeugt und dabei noch einfach zu bedienen ist.

Besonderheit Photomatix

Dieses Programm bietet noch eine spezielle Funktion die ich absolut genial finde. Es kann aus einem einzelnen RAW File ein sogenanntes Pseudo HDR erzeugen, das einen deutlich höheren Kontrast aufweist als ein normales Foto und einen leicht futuristischen Touch dadurch bekommen. Hier ein Beispiel:

Pseudo HDR mit photomatix

Als Abschluss noch ein Nacht-HDR Bild von HDR Picturenaut

…. dass das Potential dieses Programs verdeutlichen soll. Blaue Stunde mit einer Straßenbeleuchtung die kein weißes Licht abstrahlt; das lässt jede Kamera erzittern. Mit Stativ fotografiert und als HDR nachbearbeitet stellt diese Hürde aber kein Problem dar. Tipp: Weißabgleich in der Kamera manuell einstellen.

Nacht HDR mit HDR Picturenaut

Tipp für die Arbeit mit HDR Picturenaut

Ich habe in den letzten Monaten viel mit diesem Programm gearbeitet und dabei haben sich ein paar Einstellungsoptionen als sehr guter Standard erwiesen. Diese möchte ich nachfolgend kurz skizzieren:

Wenn das Programm gestartet ist auf Datei – HDRI Erzeugen klicken. Danach die gewünschten Bilder zur Auswahl hinzufügen. Das Häckchen bei “Belichtungskorrektur”, “Ausrichten der Eingangsbilder” und bei “Farbbalancierung setzen. Bei der Kurve die “Standardkurve” aus dem Dropdownmenü auswählen und auf OK klicken. Nun wird das HDR Bild berechnet. Danach den Menüpunkt unter Bild – Tonemapping – Photoreceptor Physiologie… auswählen.

In diesem Dialog zuerst die Belichtungskorrektur anpassen, danach die Dynamic-Kompression auf 0 stellen; die Farbsättung ist ein wenig missverständlich – ich finde es ist mehr ein nachträglicher Weißabgleich falls das Bild zu gelb oder bläulich ist. Den Kontrast soweit erhöhen wie ihr es als angenehm empfindet und als Abschluss im Histogramm den weißen und den schwarzen Regler (kleines Dreieck) nah zu den beginnenden Histogrammwerten (Beginn der Kurve) ziehen. Auf OK klicken – FERTIG. Ich erhöhe manchmal noch den Kontrast und die Sättigung in Photoshop um ein gefälligeres Bild für den Bildschirm zu erzeugen.

VIEL SPASS DAMIT !!!!!

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9 Reaktionen zu “HDR Tool Test”

  1. Andi

    vielen dank für die info.
    mit dem rauschen hast du recht. lightroom zb macht kaum rauschen beim aufhellen von dunklen bereichen. hdr picturenaut auch nicht, und das ist somit leider der einzige nachteil an photomatix.
    die nachbearbeitung mit photoshop ist sicher ein brauchbarer weg, allerdings ist die schärfe am ende dieser prozedur deutlich geringer als mit hdr-picturenaut, und das ist mir für einen professionellen workflow leider ein wenig zu wenig!
    but anyway – I LOVE PHOTOMATIX !!!! speziell für Pseudo HDRs !!! Genial.
    lg, andi

  2. Andi

    Sorry BEN, ich hab deinen kommentar unbeabsichtigt gelöscht aber den Text hatte ich zum Glück noch im Zwischenspeicher:

    Vielen herzlichen Dank für diesen Bericht. Wenn das dunkelste Bild aufgehellt wird so gibt es automatisch rauschen. Ich habe alle RAW-Bilder vor der HDR-Generierung mit Lightroom umgewandelt und nachher in Photoshop mit Neat Image entrauscht. Ist ein Versuch wert! Herzliche Grüsse

  3. Ka Lodger

    das ideale handling, meiner erfahrung nach, ist der photomatrix plugin für den photoshop, und das mergen der belichtungsserie, tonemappen, etc erledigt man dann in eben diesem direkt.

    das ist recht praktisch, da man nciht zwischen programmen herum schalten musz, grad bei vielen bildern ein plus.

    gruzs
    ka

  4. Andreas Hafenscher

    Hallo, stimmt, inzwischen überlege ich mir auch photomatix zuzulegen, wegen diesem tollen feature. Es ist mir zu umständlich geworden am MAC jedes mal den Virtual PC hochzufahren um die WIN Applikation zu starten. Und die neue version von Photomatix (3) ist um einiges besser und einfacher geworden.
    Das wird wohl eine meiner nächsten Investitionen werden.
    danke, lg, andi

  5. Neue Video Webseite für Nikon-Shooter | Webnfoto.com BLOG zu Webdesign & Fotografie

    [...] besondere für mich war, dass ich ein spannendes Tutorial über HDR und Photomatix fand. In meinem HDR Tool Test Artikel kam Photomatix in Version 2 nicht super davon, Kleinigkeiten störten mich einfach, wie das [...]

  6. Yogie

    Hallo, erstmal Danke für Deinen Artikel. Nur so als Hinweis ein HDR Foto kann heutzutage noch garnicht mit den “üblichen” Bildschirmen dargestellt oder per Drucker ausgegeben werden, da es sich um 32bit Bilder handelt! Dann unterscheidet man beim fertigen eines DRI-Bildes, so heißt das Ergebnis eines Bildes das für “übliche” Monitore und Drucker etc. aus einer HDR Datei herunter gerechnet wurde oder per Exposure Blending erzeugt wurde. Photomatix bietet beide Varianten zum Erstellen eines DRI Bildes an, a) das Tonemapping (TM) und b) das Exposure Blending welches Photomatix “Fusion” nennt. Photomatix ist für mich das einfachste Tool um DRI’s zu erzeugen wobei das TM die künstlerichen und farbenfrohen Bilder erzeugt und das fusionieren oder (Exposure Blending) die natürlicheren Bilder hervorbingt. Ich habe auch auf meiner Homepage einige Artikel zu HDR un DRI…

  7. Andreas Hafenscher

    Hallo und Danke für diese qualitativen Beitrag. Wenn du Lust hast poste deine URLs zu deinen Beiträgen hier im Kommentarfeld. Be welcome!
    Der Vollständigkeit halber noch eine Ergänzung:

    Durch das Tonemapping entstehen erst die Bilder die der Bildschirm darstellen kann und die uns das gewünschte Endergebnis liefern. Für das Tonemapping gibt es viele Programme und Lösungen die sehr unterschiedlich sind. Photomatix ist sicher die einfachste davon. Vorallem seit es ein ausgereiftes Lightroom Plugin gibt und ich wohl auch zu Photomatix wechseln werde.

    Danke

  8. Klaus

    Hallo,

    ist schon sehr lustig, wie unterschiedlich die Geschäcker bzw. die Bediengewohnheiten sind. Ich finde Photomatix grottig und habe mich mit Qtpfsgui sofort angefreundet. Ich wüsste auch nicht, wie man die Bedienung des Tools grossartig verändert könnte. Ich arbeite gerne mit Qtpfsgui und habe dies auch schon mehreren Leute weiteremfohlen, die jetzt damit auch arbeiten. Ich finde die Resultat auch wesentlich besser als die von Photomatix. Vorallem kann man alles schon im Vorfeld einstellen und muss es nicht mit Photoshop hinterher noch aufhellen. Zumal man durch das Aufwerten in Photoshop oftmals schlechtere Resultate erhält als wenn man es von vornherein eingestellt hätte und es in die Berechnung mit eingeflossen wäre.

  9. Andreas Hafenscher

    @ Klaus: Hallo und Danke für diese NEUE Sichtweise.
    Stimmt – Geschmäcker sind verschieden. Ich habe diese Evaluation vor fast einem Jahr gemacht. Vielleicht wird es Zeit mal wieder eine neue Testrunde zu starten.
    Übrigens empfehle ich bei Photomatrix nicht die HDR Methode sondern die EXPOSURE BLENDING Variante. Mit der bekomme ich deutlich natürlichere Resultate und ja die werden auch bei mir anschließend (in Lightroom) nachbearbeitet, da die Regler wie Sättigung in Photomatrix wirklich ein schlechtes Resultat liefern.
    DANKE !

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